Krebs

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Da dieses Thema weder unter Kreatives fällt und auch alles andere als alltäglich, wenngleich aber doch ein Abenteuer, ist^^, erstelle ich nun also eine neue Kategorie.

Gesundheit: Passt!

Oder? Wer alleine schon das Wort Krebs hört, denkt mal in erster Linie nicht an Gesundheit, sondern an Schrecken, Tod, Dahinsiechen, Chemo, … und beinahe jeder kennt jemanden, der es nicht geschafft hat. Auch ich kenne – kannte jemanden. Nein, es gibt auch Menschen, die ich noch kenne, welche diese Diagnose erhielten und die es geschafft haben.

Eine davon bin ich! Zumindest bis zu diesem Zeitpunkt.

Aber beginnt man eine Erzählung nicht am Anfang?

Eines Morgens wachte ich verquer im Bett auf, meinen Arm unter mir begrabend, der sich unter meinem Oberkörper eine ganz eigene Stellung gefunden hatte. Meine Hand wollte sich darunter nun rauswinden und tastete sich langsam Richtung Freiheit. Auf einmal spürte ich etwas. Etwas, was da nicht hingehörte. Was zum Teufel war das denn???! Eine leichte Besorgnis stellte sich ein. Aber, ein – was wird das schon sein?- gewann doch die Oberhand. Aber zur Sicherheit vereinbarte ich gleich einen Termin zur Mammographie.

Wenige Tage später hatte ich besagten Termin. Der Arzt untersuchte mich, setzte sich vor mich hin, ich lag noch auf der Liege, nach dem Abchecken mit dem Ultraschall und meinte: “ Frau Beer, es sieht so aus, als,….“

Stille.

Was sagt er? Wieso spricht er denn nicht weiter? Ich blicke ihn fragend an. Er nickt mir zu und meint noch einmal, “ es sieht so aus, als ob..“

Jaaa?^^

Er nickte mir nur bejahend zu. Sprach es nicht aus. Was dann folgte waren nur mehr Wortfetzen ..Spital..baldige OP..Kontrolle in 1 Jahr..er gab mir die Hand..und schon war ich wieder in der engen Umkleidekabine. Allein. Mit meinem…Wissen?!

Wie jetzt? Was war da gerade passiert? Was hatte er gesagt? Gesagt hatte er es ja nicht wirklich. Durften Ärzte dies nicht sagen, wenn Verdacht besteht?  Was sollte das?  Und überhaupt. Was sollte das? Keine Erklärung, keine aufklärenden Worte, kein Wort zur Beruhigung oder zumindest Baldriantropfen?

Bestätigten sich meine schlimmsten Befürchtungen, welche sich irgendwo im Hinterkopf eingenistet hatten? Krebs? Wirklich?

Krebs!!!

Ich! Wieso ich? Nein, die Frage stellte ich mir gar nicht. Aber mich konnte es gar nicht treffen, es traf doch immer nur die anderen. Jeder kennt doch wen, den es betrifft, oder betraf… und jetzt ist man selbst Diejenige?

Krebs?

Krebs!

Brustkrebs! Dann ging alles sehr schnell, nächster Termin in einem Spital, welches sich darauf spezialisiert hatte, ein Untersuchungstermin jagte den nächsten. Als ob ich nun nicht schon genügend Stress hatte. Ich wusste gar nicht wie mir geschah, konnte es noch nicht wirklich fassen. Alles war so unwirklich, wie in einem Film. Als sei ich nur Zuschauer, in einem Stück, welcher nicht einmal mich betraf. Daneben traf mich aber die Hoffnungslosigkeit, die Hilflosigkeit wie ein harter Schlag und zog mir den Boden unter den Füßen weg.Irreal!

Bei jedem Termin oder auch Nicht-Termin, bei jedem Gespräch mit meinem Sohn, mit Freunden brach ich in Tränen aus. Und auch wenn ich alleine war, oder mich in der Firma jemand darauf ansprach (musste es ja bekannt geben, da ich dann ja sicherlich einige Zeit ausfallen würde). Es ging mir in dieser Zeit also nicht wirklich gut.

Ach ja, vor meinem allerersten Besprechungstermin im Spital ging ich wegen der Überweisungen und auch wegen weiterer Fragen, die mir am Herzen lagen, zu meinem damaligen Hausarzt. Eine der Fragen war, ob es etwas bringen würde, wenn ich meine Ernährung umstelle. Antwort: „Nein! Kann ich natürlich machen, bringt aber nix.“ Klare Aussage. Hätten wir dies also auch besprochen^^

Und eine andere Frage von mir war, was wäre, wenn ich mich nun nicht operieren lassen oder sonstige Therapien machen würde. Antwort: „Dann werden Sie Weihnachten nicht mehr feiern!“ (dies war im Frühjahr 2013 – Anm. d. Bloggerin 😉 )

Okeeh, diese Aussage steuerte nun nicht wirklich positiv zu meinem aktuellen Gemütszustand bei. Und alles nur wegen so einem kleinen Knoten? Das konnte es nun aber nicht sein. Ein pipifax kleiner Knoten in meiner linken Brust. Dieser kleine Kerl sollte mein ganzes Leben auf den Kopf stellen? Sollte ich überhaupt noch ein Leben haben. Was erlaubte er sich?

Dann folgt, wie schon erwähnt, eine Untersuchung nach der anderen. Die schlimmste war aber mit Abstand die Biopsie der zweiten Brust. Sie beruhigten mich zwar alle vorher, und dass man es zwar spüren würde, wenn sich die Kralle ins Fleisch bohrt und ein Stück herausreißt, aber das dies nicht schmerzhaft ist, weil ebendort, im selben Kanal, eingespritzt wird. So ähnlich wie beim Zahnarzt, alles betäubt, wo es betäubt sein soll.

Ok, es wurde betäubt, sie warteten ein wenig, und begannen- wie hieß es damals noch gleich?..1, 2, 3 – Schuss! – jooo- nicht nur dass der Schuss, wie sie es nannten, so ein Geräusch machte, welches mich zusammenzucken ließ, gleichzeitig spürte ich es auch und es war nicht! betäubt! 😦

Es tat unsagbar weh!

Sie spritzen nach..und 1,2,3 – Schuss! Alleine dieses Wort schon. Konnten sie nicht etwas humaneren wählen, wie jetzt kommt ein Schmetterlingsflügelschlag? Aber vom Schmerz her passte Schuss doch um einiges besser, denn, die nachgespritzte Betäubung bewirkte, absolut nichts. Ich jammerte. Dann hieß es, es hilft nichts, da müssen sie nun durch. Noch zwei weitere Male dieser höllische Schmerz. Und das nur, um sicher zu gehen, dass es auf der anderen Seite nicht auch noch etwas Bösartiges gibt. Mir liefen die Tränen hinunter. Dann war die Tortur geschafft. Der Arzt und die Assistentinnen waren wirklich sehr freundlich und um mich bemüht, dennoch krümmte ich mich vor Schmerzen. Schließlich erfuhr ich, dass so etwas vorkommen kann, dass sich das Mittel nicht richtig verteilt. Wie oft? Von 1000 Mal circa 1 Mal! Na wunderbar. Jackpot! Ich war dieses eine Mal. Im Lotto hatte ich noch nie soviel Glück.

Einige Tage später 2. Biopsie an der linken Seite, um sicher zu gehen, dass es sich nur um den einen Knoten handelt. Ich diskutierte, flehte, bat, schlug vor, dass sie mir gleich alles abnehmen sollen, egal, Hauptsache, ich muss diese Prozedur nicht noch einmal durchmachen. Es half nichts. Doch diesmal war es der OA persönlich, der von meinem „Lotto- Sechser“ erfahren hatte und er versprach! mir, dass es diesmal nicht so sein würde. Und tatsächlich, es zwickte zwar ein wenig, aber das wars auch schon. Uff!

2 Tage später ins Spital, stationäre Aufnahme – OP!

Fortsetzung folgt…

Und nun noch genau 23h und 59 Minuten bis zum Tag des Krebses am 4. Februar

 

 

 

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Autor: 1000interessenblog

Hallo, ich heiße Herta Beer, meine Interessen sind Fimo, Resin (Gießharz), Malen (Acryl), Reiki, Magie, Engel, Drachen, interessante Gespräche,.. ach, schaut einfach vorbei :-) Ich würde mich sehr freuen :-)

6 Kommentare zu „Krebs“

  1. Hallo Herta,
    nun bin ich auch bei dir gelandet. Meine Mutter hatte auch von 5 Jahren diese Diagnose. Drei Wochen vorher wollte ich ein Zeichen, wann sich mein Leben verändert. Ich hatte auf einen Job gehofft. Es war ein sonniger Sommer-Sonntag und fluffige Wolken durchkämmten den Himmel. Im Juni. Ich wollte unbedingt ein Zeichen. Ich suchte in den Wolken total verträumt. Als erstes sah ich einen Mini-Regenbogenfleck und daneben waren tatsächlich Wolken in Zahlenform mit Punkt: 3.7. stand dort geschrieben. Ich so: Okay, das ist jetzt sehr seltsam. Ich schaute nochmal und genauer hin, aber unverändert. Alle anderen Wolken zogen nur die waren wie in einer verlangsamten Blase. 3.7. und ich wusste, dass da etwas sehr bedutungsvolles passieren würde. Das war der Tag, an dem ich dann auch eine Woche später meinen Bewerbungsgesprächstermin erhalten habe, was mein Leben verändert hat und an dem Tag bekam meine Mutter die Diagnose. Ich war himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Ich erzählte es keinem. Bis jetzt noch nicht mal. Meine Mutter hatte eine jahrelange ungesunde Beziehung hinter sich. Sie wollte immer anderen gefallen und vernachlässigte sich. Das war die manifestierte Quittung für sie, was sie selbst auch sagte. Sie hatte es so verlangt, weil sie nicht wusste, wie sie ihr Leben verändern soll. Sie hatte das Leben geführt, was zu diesem Ergebnis führte. Das war der Wendepunkt für sie und dieses Jahre sind diese 5 Jahre nach dem Diagnosetag-Jahr und ihr geht es gut. Sie hat den Wandel vollzogen, den sie sich wünschte, obwohl sie erst einen Alptraum als Motivation brauchte. Glück war es auch. Ich habe deine anderen Posts noch nicht gelesen, aber werde ich tun.
    Vielen Dank, dass du deine Geschichte teilst. Es berührt mich.
    Liebe Grüße
    Sabrina

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    1. Danke für Deine offenen Worte. Das mit den Zahlen in den Wolken finde ich ja nun extra spannend, in dieser Form hatte ich noch nie davon gehört, Wow! – Ja, manchmal braucht es einen ziemlichen Aufrüttler um Wach zu werden. Auch ich bin der Meinung, dass ich die Diagnose (2 x) bekam, weil ich mich zu stark in für mich ungesunde Beziehungen reingesteigert hatte, ich nicht loslassen wollte, nicht konnte, einfach nur litt. Dabei erfuhr ich erst vor wenigen Tagen, dass es so etwas wie eine „Krebspersönlichkeit“ nicht gibt (lt. allerneuesten Studien), also dass es eben nicht! vorwiegend Frauen trifft, welche oft nur für andere da waren, nicht nein sagen konnten, auf sich selbst nicht achteten, also in der Form, dass man sich selbst einfach nicht wirklich etwas Gutes tat. Interessanterweise sind auch hier in der Reha nun aktuell Frauen hier, welche genau so ihr Leben bis dato führten, einige hatten dies dann sofort umgestellt. Ich bin noch mittendrinnen, es zu verändern. Die heftigen negativen Dinge, Situationen, Menschen allerdings in meinem Leben sind bereits alle verbannt. Dennoch braucht es, zumindest bei mir, immer wieder einen neuerlichen Anstoß um sich dessen wieder und wieder bewusst zu werden. Wir haben alle nur ein Leben (zumindest ein Bewusstes) und dies gilt es, meiner Meinung nach, so schön, so freudvoll wie nur möglich zu gestalten. Es kann wirklich jeden Moment aus sein und ich sehe nicht ein, dass mein weiteres Dasein nun von Stress begleitet werden soll. Danke für Deine ausführlichen und ebenfalls sehr berührende Zeilen – in Verbundenheit – Herta

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      1. Klar gibt es keine Krebspersönlichkeit. Entweder man hat Krebs oder nicht. Aber man kann auch viel bewusst dazu beisteuern, Krebs zu bekommen. Es sind Zellenmutationen, die unkontrolliert wachsen. Der Krebs ist bereits auf der nichtmateriellen Ebene vorhanden, bevor er ausbricht. Ich wünsche dir viel Kraft, Energie und Wahrheit. Die Schulmedizin ist zwar schon für heutige Verhältnisse weit, aber da gibt es noch einiges, was nicht erforscht ist. Es hat auch was mit der geistigen und physischen Ernährung zu tun,äußere Einwirkungen, Umwelt. Wo willst du den Grund herausfinden? Das wäre die unendliche Geschichte. Tut mir leid, wenn ich taktlos rüberkomme, ich kann mich sher gut einfühlen, aber mein Umgang damit ist relativ forsch und ruppig. Du hast eine Botschaft und ich bewundere dich. Gehe auf deine Reise nach deinem Gral, wie es so schön heißt. Damit erhellst du die Welt 😀 Meine Welt hast du mit einem kleinen Stück deinem Licht erhellt, danke!
        In Verbundenheit ❤
        Sabrina

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      2. Keine Sorge wegen forsch und ruppig- bin schon ein großes Mädchen, halt ich schon aus 🙂 Und zum Glück gibt es nicht die Eine! Meinung. Und in der Grundtendenz sind wir uns ohnehin einig 😀 Die Reise zu meinem Gral ..lächel..danke Dir, fürs Lächeln nun, welches Du mir ins Gesicht gezaubert hast 🙂 hast nun auch meinen Tag um einen kleinen Sonnenstrahl erweitert – Strahlende Grüße – ❤ Herta

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  2. Liebe Herta,

    diese Krankheit ist eine Geißel … auch ich musste einige Menschen verabschieden, die mir mit dieser Diagnose voraus gegangen sind. Die Frage nach dem warum ist sehr vielschichtig. Ich glaube, das einiges zusammenkommen muss, um einen Ausbruch auszulösen (das Potential für misslungene Zellteilungen hat ja jeder Mensch in sich).

    Zum einen spielt eine genetische Veranlagung eine Rolle. Auch die Ernährung und das Mass der Umweltgifte. Die Lebensführung allgemein, der persönliche Zuschnitt, Suchtstrukturen, jahrelange Überforderung, Schlafmangel, Selbstausbeutung … selbst glaube ich, das ausnahmslos jede Erkrankung auch einen emotionalen Hintergrund hat. Bei Krebs ist es, glaube ich, tief sitzender alter Groll, der vielen Menschen nicht unbedingt bewusst ist. Nicht gelebte Wut, die abgesunken ist und im verborgenen weiter lebt. Ich weiß, wie schräg das klingt … wenn mehreres davon zusammen kommt, kann Krebs entstehen. Kann.

    Brustkrebs gilt als relativ gut behandelbar…liebe Grüße und Gottes Schutz Dir !

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    1. Lieber Reiner,

      danke Dir für Deine ausführliche und sehr aussagekräftige Antwort. Ja, denke, dass es sehr wohl einige Faktoren gibt, welche hier mit eine Rolle spielen können. Jedoch ist es meiner persönlichen Meinung nach wirklich vom emotionalen Gefühlszustand abzuleiten, abhängig. Zumindest war es meines Glaubens nach bei mir der Fall. Nicht gelebte Wut allerdings..hmm…doch ja, hatte es nun so jetzt noch nicht gesehen, aber doch, könnte hinkommen. War damals emotional in einer sehr verfahrenen Situation – und dann schlug es zu! Und auch..aber, das kommt dann in der Fortsetzung zu diesem Thema. Wobei ich hier auch einige Deiner genannten Punkte anführen wollte 😉 . Auf jeden Fall danke ich Dir für die Zeit und die Mühe welche Du Dir für diese persönliche Antwort genommen hast und nehme Deine lieben Wünsche gerne an – wobei ich Dir natürlich auch das Allerbeste auf Deinem künftigen Lebensweg wünsche 😀 Doch wie gesagt, das Thema ist ja noch nicht durch 😉 und a bissi was folgt da ja noch,,,Alles Liebe und noch einen wunderbaren Resttag mit harmonischen Momenten – Glg Herta

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