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Sätze, die bei Depression nicht helfen- Sätze, die bei Depression helfen

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Sätze, die nicht helfen:

Reiß dich doch mal zusammen.

Sei nicht so empfindlich.

Jeder Mensch hat mal solche Phasen.

Das Leben ist kein Ponyhof.

Du musst einfach positiv denken.

Du musst mehr unter Menschen, geh doch mal aus und hab Spaß.

Lach doch mal.

Geh an die frische Luft und alles ist gut.

Du warst doch schon 3 mal in der Therapie, hilft das denn nicht?

Wie geht es dir? (in einer gerade nicht so guten Phase, kann dies ein neuerlicher Auslöser sein) – außer, wenn es der anderen Person wirklich interessiert.

Diese und ähnliche Sätze will man als depressiver Mensch nicht hören (dennoch bekommt man sie von allen Seiten zugeworfen). Ja, ich weiß, sie meinen es ja nur gut und können sich vielleicht auch gar nicht anders helfen, dennoch nervt es. Zudem diese Aussagen ja wirklich nicht helfen, man sie in Massen um die Ohren geworfen bekommt und am schlimmsten, sie ziehen einen nur noch weiter hinunter. Man hätte ja gerne Spaß, würde ja gerne alles positiver sehen, möchte sich ja wieder mit anderen Menschen treffen, um Spaß zu haben und das Leben lebenswert zu finden – nur, es geht einfach nicht. Depression ist eine Krankheit!

Man sagt einem Asthmatiker auch nicht,- jetzt stell dich doch nicht so an, sieh es positiv, es ist ja genug Luft da- du bist einfach zu überempfindlich.

Oder zu jemandem mit der Diagnose Krebs – geh in den Wald, und alles ist wieder gut, das Leben ist eben kein Ponyhof (hatte ich schon einmal erwähnt, dass ich diese Aussage zutiefst verabscheue?^^)

Nochmal: Depression ist eine Krankheit! Dagegen gibt es weder einen Zauberspruch, noch Medikamente. Natürlich gibt es Tabletten, welche einen in einer akuten Notsituation helfen und auch welche, die einen, dann oft auf Jahre oder Jahrzehnte, ständig begleiten. Diese unterdrücken meiner Meinung nach, aber den Zugang zu den eigenen Gefühlen und decken alles unter einem schweren Mantel zu- Sie betäuben nur, lindern zwar, aber bekämpfen nicht die Ursache, sondern schwächen nur die Symptome ab. Was natürlich auch hilfreich ist, da dadurch schon so mancher Suizid verhindert werden konnte. Lösung ist es in meinen Augen dennoch keine.

Oben genannte Sätze drücken aus, dass die Menschen, eine Depression nicht als Krankheit anerkennen, sie oft meinen, man müsse nur dieses oder jenes tun, und schon wäre alles im Lot- Ansagen von Menschen, die glauben zu wissen, wie es läuft, welche wahrscheinlich in ihrem Leben keine Probleme, keine Sorgen, eine glückliche Partnerschaft haben und in Wohlstand leben…oder so. Ich möchte ihnen auch keinen Vorwurf machen, viele wissen es einfach nicht besser, doch es gibt auch jene Personen, welche diesem Krankheitsbild absolut ignorant gegenüber stehen und dazu auch nichts erfahren wollen. Diese Menschen werden eine Depression auch nicht als ein Krankheitsbild anerkennen – für sie ist alles nur Show. Um vom Staat finanzielle Unterstützung zu bekommen oder um nicht arbeiten gehen zu müssen. Kleine Info am Rande – die meisten Depressiven gehen dennoch arbeiten (solange es eben noch geht), und wenn es mal nicht mehr geht – es ist nicht sooo lustig, zuhause zu sitzen, vom Minimum zu leben und nebenher ständig depressive Gedanken zu haben, sich selbst negativ runterzuziehen, Medikamente zum Betäuben nehmen muss und sich überlegt, ob und wie man seinem Leben ein Ende setzt.

Stattdessen würde man sich von Menschen, folgende Sätze wünschen:

Sätze, die helfen können

Egal, was ist, ich bin für dich da.

Du bist für mich wichtig.

Ich möchte dich umarmen, darf ich?

Nimm dir alle Zeit der Welt.

Wir schaffen das!

Schäme dich nicht deiner Tränen, lass sie raus.

Ich bin froh, dass es dich gibt.

Ich bin froh, dass du mein(e)…Freund(in), Tochter, Sohn, Partner, Mutter, Vater…bist.

Ich verstehe es nicht, aber ich schätze dich als Mensch und diese Krankheit ist nur ein Teil davon, du bist mehr als sie.

Ich frage dich nicht, wie es dir geht, aber wenn du reden möchtest, bin ich für dich da.

Habt ihr noch weitere Vorschläge? Wie sind eure Erfahrungen mit Depressionen? Was zieht euch runter? Was hilft euch?

❤ ❤ ❤

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30 Gedanken zu “Sätze, die bei Depression nicht helfen- Sätze, die bei Depression helfen

  1. Mir hilft es, wenn meine Kinder mich in den Arm nehmen.
    Skatspielen hilft lustigerweise auch, vllt. weil ich das immer kann.
    Mit anderen Depressiven reden hilft mir oft auch, dann fühlt man sich normaler.
    PS ich fühle mich mit meinen Medikamenten wieder wie ich selbst. Allerdings liegt Depression bei uns in der Familie. Stress ist der Auslöser aber Gene sind die/eine Ursache. War ohne Medikamente depressiv viel mehr betäubt als jetzt mit.

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    • Danke für deine offenen Worte. Wenn mein Sohn mich in den Arm nimmt, hilft das ungemein, leider wohnt er ja nicht mehr bei mir. Aber oft hilft auch schon ein Telefonat oder sogar kurze Nachrichten können es etwas abmildern. Medikamente halfen mir anfangs natürlich auch, und wie du schreibst, war es iwie da auch so, dass die Tabletten da gut taten. Doch mit der Zeit merkte ich, dass es so nicht ging. Nehme aktuell nur mehr welche, wenn ich an einem absoluten Tief bin (und da ist es gerade die Tablettensorte, die abhänging machen kann :-O,..aber, nun ja…bevor wieder gar nichts mehr geht). – Darüber reden hilft immer und oft, besuche dafür auch einige Selbsthilfegruppen mit und ohne Leitung. Cool, dass bei dir Skatspielen hilft. Drück dich und wünsche dir weitrhin viel Kraft- extra liebe Grüße und ein entspanntes Wochenende 😘

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  2. Ich kann von beiden Sachen berichten… Depressionen und Krebs. Beide Krankheiten bringen MICH jetzt nicht um, aber die eine greift in die andere. Und ich bin der Überzeugung, Depressionen sind immer Vorläufer von etwas! Also behalte Dich im Auge

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    • Danke dir. Ich kann auch von beiden Sachen berichten, bisher… auch beides überlebt, könnte aber auch sein, dass es Nachläufer sind, doch auch da ist ziemliche Innenarbeit gefragt. Vorläufer hatte ich bisher noch nie gehört, hoffe dies nun nicht, schon genügend erlebt, darf nun auch mal aufwärts gehen. Irritiert und sorgt mich nun etwas.. Doch ich danke dir für die lieben Worte und die Sorge. Glg

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      • Ich hatte das Gefühl- Depressionen haben mich (ausgelöst durch Sorgen) so belastet, dass ich davon krank wurde. Menschen, Umstände, das alles stresst den Körper und verursacht Krebs. Auch antidepressiva kann übrigens Krebs verursachen…… nicht nur Bluthochdruck!
        Versuche es mit guter Therapie. Mich hat das Buch : „In einer Hütte mit Gott“ blitzgeheilt von Depressionen. Aber es ist eine Krankheit und sehr individuell ……

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        • Bei mir war es zuvor umgekehrt, wollte ich eben schreiben, jedoch… gab es auch vor dem Krebs stark belastende Situationen, danach natürlich auch noch, gepaart mit extra Stress und und und.. Folge: Burnout, da bin ich gerade dran und an der Arbeit mit mir.. Sehr intensiv und spannend, das Buch kenne ich, danke. Finde es toll, dass bei dir eine Blitzheilung stattfand, ist leider nicht immer möglich bzw. sind die Ursachen ja auch sehr individuell. Freue mich für dich und wünsche dir für dein restliches Leben nur das Beste. Glg

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          • Naja- wenn der Krebs weg ist, habe ich bestimmt wieder Depressionen 🙄🙄🙄 .. was glaube ich auch normal ist. Ich lebe übrigens in der Eifel- hier ist erstmal alles unheilbar (denken die Eingeborenen!) ansteckend und man ist quasi plötzlich schwer von Begriff oder taub! Sowas macht dann wohl oder übel Depressionen….. ich kann aber Gott sei dank noch darüber lachen im Moment . Liebe Grüße

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          • Darüber sprechen zu können, ist natürlich auch sehr wichtig – es gibt sicherlich auch seitens des Krankenhauses Ansprechpartner oder zumindest wissen sie Kontaktstellen, wo man sich psychische Unterstützung holen kann. Bei mir erfuhr ich erst viel später, was es alles gibt- Schritt für Schritt musste ich selbst alles eruieren. Auch etwas, was ich nicht verstehe- hat man eine Krankheit oder einen Beinbruch, so hat man einen vorgegebenen Ablauf, bei einer Depression aber eben nicht. Psychiater – Medis und weiter? Ich habe mich hier um alles weitere selbst kümmern müssen, was jetzt? wohin? an wen sich wenden? Was tun? Und dabei vergeht natürlich auch Zeit, verlorene Zeit, alles dauert ewig lang, wobei die Phasen der Depression an sich ja schon nicht so schnell vorüber gehen (bei mir zumindest)- und das finde ich schade. Aber bei dir finde ich toll, dass du auch über verschiedenes lachen kannst (kann ich ja auch zeitweise) – und ich wünsche dir, dass die Depri danach eben nicht mehr kommt. Glg

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          • Meine Depressionen verschwanden, als ich pragmatisch wurde. Als ich anfing mich zu wehren gegen das, was mir angetan wurde. Dann wurde es besser, aber es ist leicht gesagt. Selbstvertrauen, Selbstliebe, Selbstbewusstwein…. das kam zurück. Ich kenne Deinen Grund der nicht, aber wenn der verschwindet, oder kleiner wird, hast Du zumindest einen Ansatz.

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          • Selbstvertrauen ist bei mir vorhanden, jedoch das mit der Selbstliebe, daran wird noch gearbeitet, es ist auch besser geworden, der Grund an sich, sind bei mir Gründe, diese herauszufinden, daran arbeite ich. Thema Urvrtrauen. Und dann, ja dann, kann es anfangen zu heilen- danke für die lieben Worte.

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  3. Oh, ja, die Sätze hört man leider immer noch viel zu oft, es ist doch bei vielen Menschen noch nicht angekommen, das Depressionen eine Krankheit sind. Du vergleichst das gut mit z.B. dem Asthmatiker, dem so etwas sicher nicht gesagt würde. Ich kam mir dabei dann immer so wertlos vor.
    Deine Meinung über die Tabletten teile ich, im Notfall sicher wichtig, aber ich finde, keine Dauerlösung.
    Musik war/ist hilfreich, sie hilft auch manchmal beim weinen können, denn da stimme ich Rolf zu, es ist ganz schlimm, wenn das nicht mehr geht.
    Danke für den guten Eintrag und ganz liebe Grüße
    Monika.

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