Gegenwind

Nur einen Gedanken äußern, und schon bekommt man massiven Gegenwind. Wenn man nur ein klein wenig von der Norm, vom Althergebrachten abweicht, schreien alle sofort auf. Warum?

Bleibt es nicht jedem einzelnen Menschen selbst überlassen, wie er sein Leben lebt? Welchen Weg er geht? Ob er auf „Sicherheit“ bedacht ist oder seinen eigenen Weg geht, der nicht ausgetreten von den vielen vor ihm ist? Und was bedeutet Sicherheit? Wenn man als Angestellter oder Arbeiter seinem festen Job nachgeht? Gerade in Zeiten wie diesen zeigt sich, dass dies in keinster Weise sicher ist und man sich nie sicher sein kann, dass man mit der fixen Arbeit seine Miete, Strom und das Essen finanzieren kann. Wenn eine Firma gezwungen ist Mitarbeiter zu entlassen, fällt das vermeintlich sichere Einkommen mit einem Schlag weg.

Ich hatte vor einigen Tagen ein Treffen in einer Gruppe – wo ich sagte, dass ich mir aktuell viele Gedanken dazu mache, wie es weitergehen, welchen Weg ich wählen solle, da ich so viele Interessen hätte – eventuell eine reine Selbständigkeit in Betracht ziehe – sofort kamen wie aus der Pistole geschossen Gegenargumente.

Eine ehemalige Selbstständige meinte, dass man gerade im künstlerischen Bereich oft am Hungertuch nagt. Nicht nur einmal wusste sie nicht, wie sie den Monat überstehen soll – so viele Rechnungen, und oft zu wenig Einnahmen. Ich muss so und so viel bereits gespart haben, damit ich ein Jahr überstehen kann, falls es nicht so läuft, wie ich es mir vorstelle – und möchte ich mal in den Urlaub fahren, muss ich für 3 Jahren vorgesorgt haben. Schon klar. Abgesehen davon, dass man, sollte man normal angestellt sein, ein wenig länger arbeiten müsste, damit man 3 Jahre sein Auskommen ohne Einkommen hat. Sie ist froh, diese Sorgen nun nicht mehr zu haben, sie sei nun in Rente und das ist schön so. Gut.

Verstehe ich auch, dennoch hatte sie ja auch selbst mal den Wunsch ihre eigene Chefin zu sein und hat dies auch umgesetzt. Oder die andere Dame, die meinte, es wäre am besten sich zuerst einen Job zur Sicherheit zu suchen, diesen halbtags zu betreiben und in der restlichen Zeit sich den Hobbies zu widmen bzw. meine Selbständigkeit verfolgen könne, und ich hätte die Sicherheit…- nun, – wenn ich halbtags arbeite, habe ich zu wenig Einkommen, bei Vollzeit zu wenig freie Zeit – hm

Als ich entgegnete, dass Sicherheit eine Illusion ist und es so etwas wie einen sicheren Job nicht wirklich gibt (Jobs beim Land wsl ausgenommen…) – wurde tief Luft geholt.

Sie hätte damals nach der Scheidung, als sie das Haus bekam auch einen zweiten Job angenommen, damit sie sich das Haus leisten könne.

Sicherheit vs Freizeit/Freiheit

Nun hat sie ihre Sicherheit. Schön. Freut mich.

Als ich einwarf, ich brauche wenig und so etwas wie Sicherheit in dieser Form nicht, warf ein männlicher Teilnehmer ein, dass die heutige Generation anders denkt, dass es denen nicht mehr so wichtig ist.

Nun, abgesehen davon, dass man sicherlich nicht alle in einen Topf werfe kann, bedanke ich mich für das Kompliment, dass ich anscheinend zur „heutigen“ Generation gehöre (bin 50 +). Danke vielmals.

blogp2blogpstDies waren heute meine Worte zum Sonntag (die beiden rosa umrandeten Abschnitte konnte ich nur als Screenshot posten – habe da in letzter Zeit leider immer öfter Probleme mit speichern, aktualisieren und veröffentlichen – hm…wenn sich das nicht ändert, werde ich was anderes finden müssen, was ich schade finde, da es mir hier gut gefällt, aber wenn es nur mehr nervt und lästig ist und nicht macht, was ich sage..tja..)Wie auch immer – ich wollte euch fragen, ob es auch schon mal so ergangen ist.

Man sagt etwas und auf der Stelle kommt so ein massiver Gegenwind, dass dieser Sturm einen schon beinahe umwirft. Wenn man Glück hat ist es sogar noch themenbezogen.

Aber ist es heutzutage wirklich schon so weit, dass die Gesellschaft alles nur noch negativ sieht?..wollte nun noch einiges an dieser Stelle hinzufügen, leider wurde es nicht gespeichert, und nun sind meine grandiosen Gedanken dazu verschwunden 😮tea-3581131_1280Ich werde es mir nun bei einer Tasse Tee gemütlich machen und mir einiges durch den Kopf gehen lassen.

Um nochmal darauf zurück zu kommen:Ist es euch auch schon mal so ergangen, dass ihr ein Obsttörtchen angeboten habt und sich alle auf den abgenagten, weggeworfenen Knochen stürzten? 😉

Ich wünsche euch einen entspannten Sonntag! 

14 Gedanken zu “Gegenwind

  1. Scanners haben oft das Problem; eine Gemeinschaft zu finden, in denen sie ihre Fähigkeiten optimal einbringen können…

    Das Produzieren von Kreativität liegt Scannern schon im Blut, aber den geeigneten Gesellschafts-Anschluss zu finden, nicht.

    Sabotage, Unterförderung, Unterschätzung, Blockierung, man merkt das schnell und will ja die Leute nicht vor den Kopf stossen, nutzt die Zeit dann eben doch zuhause, sie verstehen das nicht und denken, man müsste zufrieden damit sein, den ganzen Abend in einer Gemeinschaft zu hocken und nur das Nötigste zu tun.

    Ein Scanner kann das nicht. Er hat den Action-Drang, den Drang nach Enthusiasmus, den Drang nach Epik, er will leben, erleben und nicht dahin-faulen, sondern schöne Momente produzieren.

    Das sind schon zwei komplett unterschiedliche Realitäten, die sich eher beissen, als lieben.

    Gut, habe ich einige Persönlichkeiten entdeckt, die es tatsächlich geschafft haben, ihren persönlichen Gesellschafts-Anschluss zu finden, das gibt mir die Hoffnung und den Mut, weiterzumachen und weiter zu suchen.

    Eine Saat kann nur im geeigneten Boden aufgehen; ein Samenkorn in einer Wüste ohne Wasser, das wird nichts.

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    • Danke dir liebe Joe, du bist auch noch auf der Suche danach? Man hat es nicht immer leicht und ist oft zerrissen. Kreativ sein und produzieren, Nomen est omen beim Blog und auch meinem YT Kanal – dachte mir, dass es sich mit der Zeit herauskristallisieren würde, welche Richtung sich konkret auftut – denkste. Nix da. Wäre ja auch zu einfach gewesen. Zudem kommt ja auch meine andere persönliche Situation mit Burnout (von einem Job, der sehr abwechslungsreich war und wo von Langeweile nicht wirklich die Rede war – gefiel mir auch extrem gut, jedoch, wenn man auch privat dann keinen Moment der Ruhe hat, auf Jahre – kanns das auch nicht sein) und Depression – ein ständiges Auf und Ab und auch hier wieder immer ein Grenzgang. Und ich hoffe, dass ich nun bald einige Tröpfchen Wasser finde, bevor ich verdurste. Danke, drück dich – Glg

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  2. Da kann ich mich wohl sehr glücklich schätzen, weil ich da wohl mit meinen Eltern das Glück hatte, daß sie mir Pläne, egal wann und in welche Richtung, nie madig geredet haben oder mir ausschließlich das negative daran vor Augen gehalten hätten, wie ich hier mitlese, ist das wohl eher selten, dazu muß ich noch anführen, daß meine Eltern jeweils Jahrgang 1915 und 1925 waren. Ich bin dann wohl von Natur aus so ein bissel ein „Gewohnheitstier“, aber auch nur, wenn ich mich in dem entsprechenden Bereich richtig wohlfühle, im Beruf wie privat.
    Über die Aussage, Frau hätte es da doch leichter, weil sie ja reich heiraten könnte, ach, du lieber Himmel, in welcher Zeit ist da denn jemand steckengeblieben? Oder sehen viele das tatsächlich heute noch so?
    Danke für den Gedankenanstoß, ich wünsche dir eine gute und hoffentlich nicht zu heiße neue Woche, ganz liebe Grüße
    Monika.

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    • Danke liebe Monika, der Mensch an sich ist ja ein Gewohnheitstier, ich schon auch, jedoch wenn es für mich absolut nicht stimmig ist, gehe ich. Ja, ich muss mich dann neu orientieren und alles neu ausrichten und wieder eingewöhnen, aber besser so, als dauerhaft unglücklich und unzufrieden zu sein. Viele Menschen bleiben auch Jahrzehnte in einem Job, der sie nicht ausfüllt, sie sogar krank macht, aus Angst und der vermeintlichen Sicherheit, bevor sie sich nach etwas anderem umsehen – und auf die Pension/ die Rente hinarbeiten, um dann ihr Leben zu leben – was ich schade finde, da man Jahre vergeudet und wer weiß, ob man dann noch in der Lage ist, das Leben zu genießen, geschweige denn, es zu erleben. – Freu mich, dass es bei deinen Eltern anders war – hätte mich sehr darüber gefreut, aber wer weiß, vielleicht würde ich nun an derselben Stelle stehen oder ich hätte gelernt, es vorher schon aufzudröseln (wollte in die Psychologie). Danke für deinen Beitrag und auch dir eine entspannte Woche (gerade wieder bereits jetzt schon enorm heiß …uff) glg Myriala

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  3. Für solch wichtigen Entscheidungen oder Hilfen, die man sucht, ist es am besten jemand ausserhalb zu fragen. Familie, Freunde sind Teil des eigenen Systems und spiegeln uns oder sprechen rein aus ihrer Erfahrung und urteilen damit über die Situation des anderen. Du machst deine ganz individuellen Erfahrungen. Punkt.
    Wenn ich nicht weiss was tun und mich entscheiden sollte, geh ich laufen, was sonst. Ich finde nicht immer meine Antwort, aber die Gelassenheit auf sie warten zu können. Denn manchmal braucht das Universum Zeit, um uns den Weg zu ebnen und ihn uns zu zeigen😴

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    • Dankeschön – hab das Thema ja nun schon länger (kann ja nicht monatelang laufen 😉 – aber da hast schon recht, raus in die Natur hilft in sehr vielen Situationen) – auch, es gelassener anzugehen – eines meiner Minuspunkte, meine Ungeduld – doch, ich bin auch hier etwas entspannter geworden, denke ich, aber dann ist doch mal eine Grenze erreicht. Die Auszüge im Beitrag stammen aus einem Treffen, welches einmal im Monat statt findet – und ja, sind anscheinend ja alles selbst gemachte Erfahrungen, welche mir so nun auch nicht weiterhelfen, wobei es ja nicht einmal das eigentliche Thema war. Aber ich werde weiter basteln (also nun an meinem eigenen Weg) und abwarten und sehen, welche verschlungenen Pfade sich nun auftun. Dankeschön. glg

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  4. Solche Erfahrungen habe ich eigentlich nur innerhalb meiner Familie gemacht. Aber gerade die Kriegsgeneration sollte ja eigentlich wissen, dass Sicherheit eine Illusion ist …
    Wenn man etwas hat, was man leidenschaftlich liebt und was einem gut tut, sollte man es auf jeden Fall versuchen, finde ich.
    Ich selber bin da anders gelagert, nicht aus Sicherheitsgründen (habe sehr oft den Job gewechselt), sonden weil das einfach nicht mein Ding ist. Ich wollte immer eine Arbeit, die mich zwar fordert, aber nicht zu viel bitte, und meine Hobbies wollte ich getrennt davon haben. Das funktionierte für mich.
    Diese Panikreaktion kommt ja auch oft, wenn jemand gerne Musiker werden will, sogar wenn ein Musikstudium angepeilt wird. „Wie willst du dich davon ernähren und blabla“, wie du schon sagtest, lerne erst einmal einen „richtigen“ Beruf, auf den du im Notfall „zurückgreifen“ kannst.

    Für so eine Entscheidung kann man derartige Runtermachkampagnen wirklich nicht gebrauchen. Wie du selber sagst, du bist 51 Jahre alt, du wirst schon darüber nachgedacht haben. Wenn ich mir so anschaue, was du so „produzierst“, fällt es mir schwer zu glauben, dass es dafür keinen Markt geben soll. Wenn ich das Geld dafür hätte, würde ich dauernd bei dir kaufen. Und dann hast du ja auch noch die Myriala-Seite deiner Aktivitäten.

    Wie auch immer du entscheidest, ich wünsche dir alles erdenklich Gute und viel Erfolg.

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    • Danke dir recht herzlich, mir ging es beruflich ähnlich, selbst wenn ich das Geld dringend gebraucht hatte, wechselte oder kündigte ich. Für viele andere unverständlich. Doch wenn es für mich nicht stimmig ist, oder die Mitarbeiter extra negativ sind, oder ich beim Job beinahe einschlafen, nein danke. Iwie trauere ich dem letzten Job noch etwas nach, es war sehr viel zu tun, aber so abwechslungsreich, daß es einfach meins war. Manches war daran jedoch auch schuld an meinem Burnout. Wäre die Organisation ein klein wenig optimaler gewesen, würde ich dort sicher auch bis nach dem Pensionsalter arbeiten, falls es den Job dann noch geben sollte. Bin übrigens mittlerweile schon etwas auch über 51. Und moi, danke für das extra liebe Kompliment von dir, drück dich dafür jetzt mal ganz feste. Widerstände seitens der Familie kenn ich leider auch nur zu gut. Andererseits, habe ich zum Teil auch eben deswegen meinen Sohn extra anders erzogen. Mit viel Unterstützung, vielen Gesprächen, viel für ihn Da-Sein, und natürlich viel Liebe. Alles Liebe und einen wundervollen Sonntagnachmittag voller Freude und traumhaft schönen Momenten – Myriala

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      • Ich hatte einen älteren Bruder, der immer auf Nummer sicher ging (er ist Studienrat geworden … ). Er hatte allerdings so viel Selbsterkenntnis, dass er zugab, dass er die Unsicherheit in der freien Wirtschaft nicht würde verkraften können. Meine Jobwechsel waren ja nicht immer meine eigene Wahl, da gab es auch Konkurs und Umzug einer Firma von Hamburg nach Frankfurt etc.
        „Zu meiner Zeit“ war es ja noch richtig verpönt, oft den Job zu wechseln.

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