Berufung finden: Unsinn

So viele von uns sind auf der Suche nach der Berufung im Leben. Es gibt unzählige Seminare, Bücher, Vorträge, Podcasts, Webseiten, Artikel und Techniken dazu.

Man kann zum Beispiel anhand von Ikigai (aus dem japanischen, was soviel wie Lebensfreude bedeutet), seinen Sinn des Lebens finden. Ich kann dir hier nun die Kreise dazu aufzeichnen wenn du möchtest und dir die vier berühmten Fragen dazu stellen – Was machst du gerne? – Wofür kannst du Geld verlangen? – Was kannst du gut? – Was braucht die Menschheit? – der gemeinsame Nenner ist dann deine Berufung.

Gut, habe nun das komplexe System in einem Satz erklärt XD. Das vermeintliche System. Jedoch wird Ikigai meines Erachtens nur für ein neues westliches System missbraucht. Japaner selbst leben einfach und machen, was sie lieben, ohne, dass sie sich dafür explizit diese Fragen stellen. Mit dieser Aussage läßt sich natürlich kein Geld verdienen.

Du möchtest vielleicht gerne am Strand liegen, durch einen Wald spazieren, über eine Wiese laufen, lesen, fotografieren, musizieren, malen, bloggen, Spaß haben. Was hindert dich daran? Ich weiß schon, das unbedingte Finden der Berufung, was man gerne macht. 😉

Ist es nicht so, dass jeder Mensch im Grunde weiß, was er gerne macht? Ok, Scannerpersönlichkeiten lasse ich nun etwas außen vor, aber nur etwas – möchte sie hier nicht ganz außen vor lassen. Denn auch hier gibt es Dinge, die man lieber macht, als andere. Die einen in den Flow kommen lassen, man einfach die Zeit vergisst, wenn man diese Tätigkeit ausübt. Und ja, ist natürlich logisch, dass es anderen Menschen auch etwas bringen und auch nicht schädlich sein soll. Wenn man es also liebt, täglich bis zum Umfallen Party zu machen, bringt das weder anderen Menschen und schon gar nicht einem selbst etwas. (Den Wirt lass ich an dieser Stelle nicht gelten.) Wie viele Leben hast du? Unendlich viele? Oder möchtest du das aktuelle so gut nutzen, so gut es eben geht? Spannende Idee oder?

Möchtest du dich selbständig machen, muss man dafür auch nicht unbedingt Tausende von Menschen für sich gewinnen – ist natürlich toll, aber kein unbedingtes Muss. Zum Überleben könnte es schon genügen, wenn man 10 Menschen dazu bringt, den zehnten Teil ihres Einkommens monatlich dir zu geben. Mehr Geld und Geld im Überfluss ist natürlich immer toll, aber zum Überleben eben nicht unbedingt notwendig.

Wenn du das zarte Pflänzchen allerdings beschützt und regelmäßig gießt, deine Leidenschaft achtest, pflegst und förderst, verspreche ich dir, dass daraus langsam aber sicher, eine große, starke Pflanze mit süßen, ertragreichen Früchten wachsen wird.

Wieso also die Zeit mit der Suche nach etwas verschwenden, was du ohnehin weißt? Und solltest du dir tatsächlich nicht ganz sicher sein, scrolle nochmal zu den vier Sätzen, des westlichen Ikigai Modell 😉

Wie ist deine Meinung dazu? Stimmst du mir zu oder bist du, so wie ich selbst lange, noch krampfhaft auf der Suche?^^

4 Gedanken zu “Berufung finden: Unsinn

  1. Keya schreibt:

    Ich denke, Berufung ändert sich mit der Zeit auch – das ist ok, das Leben bleibt ja auch nicht immer gleich. Ich denke, was die Menschen suchen, ist das Gefühl, anzukommen. Manchmal ist aber die Reise das Ziel.
    Ich bin mit meinem Beruf derzeit nicht zufrieden, erst, weil die Organisation in der Firma nicht gut war, aber jetzt überlege ich, dass es nicht mehr meins ist – Problem ist, wenn Du etwas leidenschaftlich und gern machst, bist Du eher bereit, zu wenig dafür zu verlangen 😀 Man muss eigentlich die Balance finden, finanziell abgesichert zu sein aber noch genug Zeit haben, seinen Leidenschaften nachzugehen.

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    • Danke dir. Das kommt natürlich noch hinzu – dass sich Leidenschaften ändern können, was vor 5 Jahren meines war, muss ich nicht den Rest meines Lebens ausüben, wenn ich nun gar keine Freude mehr daran habe. Menschen ändern sich. Kein Mensch ist heute derselbe, wie der vor 5 Jahren. Und ja, wenn man etwas gerne macht, tendiert man leider extra dazu, unter seinem Wert zu bleiben, finanziell gesehen, andererseits, wenn man damit leben kann und nicht hungern muss, es einen dennoch glücklich macht, ist es auch ok. (man sollte sich nur nicht danach ärgern, dass man zuwenig verlangt hat 😉 ). Optimal wäre es natürlich, wenn die Leidenschaft mit dem Beruf übereinstimmt. – Der Weg ist oft das Ziel – ich liebe es, auf dem Weg zu sein. Danke für deinen wertvollen Kommentar- Glg Myriala

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      • Keya schreibt:

        Gerne 🙂 Ich denke über solche Fragen extrem gern nach – ein schöner Anhaltspunkt, der mir neulich über den Weg lief war: „Wenn es Deinen Frieden kostet, dann ist es zu teuer“.
        Ich war bereits ein paar Mal an dem Punkt, an dem ich dachte, das ist es jetzt – aber es hängt auch viel vom Umfeld ab. Ich bin eine gute Schneiderin, habe auch Modedesign studiert und würde das unheimlich gern machen – aber nicht zu den Konditionen, die in der Modebranche existieren. Ein eigenes Label ist nicht drin, solange meine Kids noch so klein sind – da sind die beiden mir wichtiger 🙂 Das habe ich aber eben erst „unterwegs“ erkannt.

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        • Den genannten Anhaltspunkt finde ich sehr, sehr gut – danke für den Aufhänger. Kann man immer gut gebrauchen. – Oft erkennt man während man geht, ob es nun das Richtige ist oder eben nicht. Ganz wichtig dabei ist natürlich, dass man Prioritäten setzt – und vor allem, damit auch glücklich ist und es mit dem aktuellen Leben vereinbaren kann. 🍀♥🌈🌼Glg Myriala

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