Nicht gut genug?

Dieses Gefühl hatte ich oft, als ich mit YouTube Videos begann, oder besser gesagt, davor. Oder als ich Seminare gab, bevor ich sie gab. Oder bevor ich öffentlich zu schreiben begann. Oft sind diese Zweifel auch heute noch da.

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Möchtest du ein Bild malen und weißt nicht, ob es gut genug wird, es dann schön genug ist? Wenn du es nicht versuchst, wirst du es nie erfahren. Übung macht den Meister. Zumindest hast du dann das Wissen, ob es dir Spaß macht oder nicht. Und nein, es muss nicht „perfekt“ sein. Perfektionismus ist langweilig. Und wer definiert, was perfekt ist oder der Norm entspricht? Gerade im künstlerischen Bereich stehen dir alle Möglichkeiten offen.

Die Gartenhütte, die gemauerte Steinwand, dein letztes Projekt sind windschief? Hättest du es nicht gemacht, würde es jetzt nicht dort stehen.

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Du möchtest einmal in deinem Leben ein Buch schreiben und veröffentlichen? Was hindert dich?

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Ich höre schon die Stimmen im Hintergrund. – ..ich weiß doch nicht wie – bin nicht perfekt..- weiß zuwenig…wie setzen sich Satzbau, Grammatik und Stil perfekt zusammen?…..ich weiß nicht wie ich zu einem Verlag komme..ich brauche noch Zeit ..muss noch Kurs XY vorher besuchen.. aber dann, ja dann..komme ich eines Tages groß raus. Zumindest werde ich dann das Buch schreiben.

Dieser Einwand ist bei sehr vielen Menschen sehr beliebt. Ich kann das noch nicht machen, weil ich noch nicht genug weiß. Noch ein Buch, noch ein Kurs, noch ein Seminar. Vergiss es! 

Du wirst nie alles wissen? Man kann sich in einem Bereich perfektionieren, aber dass man absolut alles weiß ist schwer möglich. Zudem, wenn man am Anfang eines Weges steht, ist der Druck noch größer. Glaubt man. Doch man setzt sich diesen Druck nur selbst.

Aber ich muss doch wissen – was ich mache!

Ja! Wäre schon nicht schlecht, wenn man weiß, was man tut, vor allem, wenn man vielleicht sogar die Idee einer Selbständigkeit im Hinterkopf hat. Aber auch, wenn man vielleicht seinen ersten Blogbeitrag schreiben oder sein erstes Video erstellen möchte. Niemand ist perfekt. Erkundige dich, informiere dich und dann folgt der wichtigste Schritt:

1.) Beginne!

Du kannst dich weiterbilden, Bücher lesen, Seminare und Workshops besuchen, Videos ansehen, doch es muss dann auch der Zeitpunkt kommen, an dem du einfach den Sprung ins kalte Wasser wagen musst. Nur so kannst du schwimmen lernen. Bisher hat noch kein Mensch der Welt am Trockenen, nur in der Theorie, schwimmen gelernt (nicht einmal Sheldon C 😉 ). Also spring ins Wasser und schwimme. Vertraue! Wenn noch nicht dir, dann an dieser Stelle mir. Auch wenn du etwas Wasser schluckst, manchmal dein Kopf unter die Wasseroberfläche gerät und du vielleicht sogar anfangs einige Male das Gefühl hast, zu ertrinken. Es wird besser!

Ich weiß noch, als ich mich zum ersten Mal an T-Shirt Designs versucht hatte und

später an den Thumbnails meiner Videos. Auch heute noch ist perfekt was anderes, aber als ich den Sprung wagte, es zu versuchen, war ich mehr als einmal den Tränen nahe. Ich hatte absolut keine Ahnung, wie ich mit den verschiedenen Bearbeitungsprogrammen arbeiten sollte. Null Ahnung, von irgendwas. Ich bin weder IT Experte, noch Graphikdesigner, noch Marketingexperte. Mein Sohn unterstützte mich damals, so gut er konnte, er zeigte mir verschiedene Schritte wieder und wieder und sobald ich irgendwo anstand, rief ich um Hilfe. Er war ein mehr als geduldiger Lehrer für seine Mama. Die Mama wars, die dann oft sagte, aus. Schluss. Vorbei. Dann eben nicht. Ich werde das nie im Leben verstehen. Nicht nur einmal schloss ich den Computer, verzweifelt bis zum Geht-nicht-mehr. An meinen ersten Designs saß ich oft Tage und das Ergebnis war alles andere als berauschend.

Aber- ich machte es. Und ich blieb am Ball. Und ich entwickelte mich weiter. Mit der Zeit musste ich nicht mehr ganz so oft um Hilfe rufen. Oder meine Videos. Auch heute noch meilenweit von perfekt entfernt. Ach, was sage ich, Lichtjahre. Und das meine ich jetzt auch wirklich so. Und dennoch, wenn ich mir meine ersten Videos z.b. im Bereich DIY, also die Selber-mach-Stücke ansehe, sehe ich, dass sich da etwas verändert hat. Ich entwickelte mich weiter. Stieg von Fotos auf Videos um, sprach auch selbst (auch, wenn ich mich nicht vor der Kamera zeige – Step by Step 😉 ), Ich kann mittlerweile meine Thumbnails alleine erstellen und sollte wirklich irgendwo ein für mich nicht lösbares Problem anstehen und ich es selbst nach vielen Versuchen, es nicht in den Griff bekommen, kann ich noch immer meinen Sohn anrufen 🙂 . Doch dies kommt nun nur mehr äußerst selten bis gar nicht mehr vor. Er ist im Übrigen mein größter Kritiker. Auch etwas, was ich lernen musste. Mit Kritik umzugehen. Sie annehmen, Fehler ausmerzen und umsetzen. Ein immerwährendes Lernen. Wenn ich zurück denke, wie es begann, hätte ich mir niemals vorstellen können, dass ich jemals mit z.B. Gimp, ein Bildbearbeitungsprogramm, selbständig arbeiten könne. Und ich weiß bei weitem nicht, alle Funktionen. Oder Vegas Pro, ein Videobearbeitungsprogramm. Ich kenne und nutze die Funktionen, die ich brauche und kenne. Kann ich etwas noch nicht, so teste ich solange, bis ich es eben kann. Alles kann man lernen.

2.) Keine Vergleiche!

Vergleiche dich nicht mit anderen. Es wird immer jemanden geben, der besser, schöner, fitter, erfolgreicher usw. ist. Na und? Du bist du! Punkt! Du kannst dir vielleicht Biographien erfolgreicher Menschen durchlesen, jedoch bezweifle ich, dass es bei einem anderen Menschen ebenso auf dieselbe Weise funktioniert, selbst wenn man sich Punkt für Punkt an das Buch hält. Warum? Weil es für diesen einen speziellen Menschen funktioniert hat. Du bist eine andere Person. Jemand anderes. Weil Plan A für Person AB funktioniert hat, heißt es noch lange nicht, dass Plan A auch für Person CD klappt. Vielleicht ist da eher Plan B besser. Oder Plan E, oder Plan 583527. Whatever.

3.) Das Rad nicht neu erfinden

Du musst nicht das Rad neu erfinden. Es muss nicht immer die eine ultimative Idee sein. Es kann natürlich auch etwas sein, dass es bereits gibt.

Sofort kommt der Einwand: – Ja, eben, das gibt es ja schon. Damit kann ich keinen Erfolg haben?

Ach soo,..ist mir noch gar nicht aufgefallen, dass es weltweit nur ein Schuhgeschäft, nur einen Künstler, nur eine Art von Musik, nur einen Innendekorateur oder einen T Shirt Designer gibt (letzteres wäre interessant, dann wäre ich die Eine.. 😉 ..andererseits wäre ich dann wahrscheinlich auch nie auf die Idee gekommen, mich daran zu versuchen).

Aber es muss ja auch nicht unbedingt eine neue Erfindung sein. Ist vielleicht gar nicht so verkehrt. Wäre vielleicht?! schön, wenn man mit einem Schlag Millionär wäre, weil ich eine mega neue Idee habe, diese umsetzen, vermarkten und zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort bin. Toll ist es vielleicht aber auch, wenn es schon einige Vorreiter vor mir gab, welche mir den steinigen, undurchdringbaren Urwald vor mir, bereits gerodet und geebnet hatten und ich diesen Weg nun nur noch gehen muss. Jedoch, gehen muss ich ihn noch immer selbst.

Außerdem – kein Mensch auf der Welt bietet dasselbe wie du an. Nicht das haarscharf selbe. Egal, was du machst, du machst es auf eine Art und Weise, weiiiiil…..

du einzigartig bist!

So wie die anderen Milliarden Menschen. Jeder Mensch ist ein Individuum. Selbst du! 🙂 Ist das nicht toll? Und genauso einzigartig wie du, ist auch das, was du anbietest. Und es gibt genügend Menschen, die nur darauf warten, dass das was du ihnen geben oder zeigen möchtest, endlich zu ihnen kommt.

4.) Vertraue und lasse los!

– Öhm, was willst du mir nun damit sagen? Ich möchte keinen spirituellen, abgehobenen Esoterikquatsch hören oder Tipps in diese Richtung bekommen…

Keine Sorge. Inwiefern man nun auch folgendes in Richtung Spiritualität schiebt (und Spirituelles gehört für mich persönlich zu meinem Leben). bleibt jedem selbst überlassen. Muss auch gar nichts Negatives sein (da noch viele Menschen denken, dieses Thema sei nur Aluhuttragenden, abgehobenen Menschen vorbehalten, welche den ganzen Tag Licht und Liebe predigen und den lieben langen Tag mit einem Lächeln jeder Situation und jedem Menschen so begegnen. Ich versichere – das ist definitiv nicht der Fall 😉 ).

Ich dachte oft, ich muss alles kontrollieren können, nur dann wird es etwas. Nur dann zeigen sich Erfolge. Nur dann.. und dann. Auch ich hatte Zeiten, wo ich mit Matrixpunkten arbeitete, mit der Klopfmethode und vielem mehr. Jeder Mensch sollte das finden, was für ihn stimmig ist, für mich war es das nicht. Ich versuchte auf eine bestimmte Art und Weise, die Kontrolle zu erlangen. Doch je mehr ich dies wollte, umso mehr entglitt sie mir. Dabei war es unerheblich, worum es sich handelte.

Wenn es private Situationen gab, wo ich etwas getan hatte, um etwas in Schwung zu bringen – gut. Aber dann sollte man es ruhen lassen. Wie einen Hefe-/Germteig. Es gibt mehr Situationen, die sich oft lösen, wenn man nichts macht, als Momente, die besser werden, wenn man zuviel macht.

Lehne dich zurück, entspanne dich, lass los und beobachte. 

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5.) Achte auf dich!

Auch wenn man noch so große Ziele und Pläne hat, man vor Überschwung beinahe ausrastet. Stundenlanges am Computer sitzen oder was auch immer dein Thema ist, vergiss dabei nicht völlig auf dich. Gönne dir für einen Tag oder auch mal nur einige Stunden eine kleine Auszeit. Genieße die Natur, mache etwas was dir gefällt. Etwas völlig anderes, was du nun angehen möchtest. Auch dies trägt zur Entspannung bei und auf einmal kommen auch hier wieder neue Ideen und neue Lösungsmöglichkeiten, ohne dass man sich darüber den Kopf zerbrechen muss. Und so ganz nebenbei tut es deiner Seele, deiner Psyche und auch deinem Körper gut.

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Wie sind deine Erfahrungen damit? Hast du schon länger eine Idee, welche du umsetzen möchtest? Was sind deine Steine im Weg? Was machst du? Nimmst du einen anderen Weg, steigst du über sie hinweg oder kehrst du um?

 

 

 

 

 

 

 

 

4 Gedanken zu “Nicht gut genug?

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